Wenn die Haare immer dünner werden

Dann gerät man (und besonders frau) schon mal leicht aus der Fassung. Haarausfall ist mitnichten ein rein kosmetisches, sondern für viele Betroffene ein existenziell bedrohliches Problem.

Dementsprechend ist der Markt für Beautyprodukte, welche das Haarwachstum anregen sollen, schier unerschöpflich. Wässerchen und Tinkturen zum Einmassieren in die Kopfhaut, Kapseln zur Stärkung der Haarwurzeln, und dann der Begriff 'androgenetische Alopezie' - erblich bedingter Haarausfall. Oh Gott, es ist erblich bedingt. Ich kann nichts dagegen tun.... Verzweiflung.

 

Eisenmangel

Leider ist die Hauptursache für Haarausfall bei Frauen immer noch ebenso einfach wie häufig unerkannt: der Eisenmangel.

In Europa leiden schätzungsweise 20% aller Frauen an Eisenmangel.* Dabei muss nicht zwangsläufig auch eine Blutarmut vorliegen. Häufig tritt ein Eisenmangel bei unauffälligem Blutbild auf, weshalb viele Ärzte den Eisenspeicherwert (Ferritin) gar nicht erst messen lassen, da der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) normal ist.

Ein Ferritinwert unter 100 mg/dl macht ein gesundes Haarwachstum unmöglich. Da die Stoffwechselprozesse in der Haarwurzel recht langsam ablaufen, muss der Ferritinwert über mindestens 3 Monate konstant über 100 mg/dl liegen, um einen sichtbaren Erfolg in puncto Haarausfall feststellen zu können. Da Eisen über den Magen-Darm-Trakt extrem schlecht aufgenommen wird, ist in den meisten Fällen eine Infusionstherapie notwendig. Sprechen Sie dazu gern Ihren Hausarzt an.

Einen Selbsttest, ob bei Ihnen ein Eisenmangel vorliegen könnte, finden Sie auf der Website des Eisen-Netzwerks

 

Schwermetalle im Körper

Eine weitere wichtige Ursache für Haarausfall, die man insbesondere schon im Frühstadium ernst nehmen sollte, wenn die Haare beginnen, dünner zu werden, und auf Eiseneinnahme keine Besserung eintritt, ist die chronische Schwermetallbelastung.** Haarausfall ist als eines der wenigen Frühsymptome einzuordnen. Insbesondere Blei konkurriert im Körper mit Eisen; das bedeutet, dass ein mit Blei belasteter Organismus Eisen fast überhaupt nicht mehr über Nahrung oder Tabletten aufnehmen kann.

Eine chronische Schwermetallbelastung können Sie bei einem damit erfahrenen Arzt mithilfe eines sicheren und gut verträglichen Testverfahrens diagnostizieren und dann auch aus dem Körper ausleiten lassen. In meiner Praxis biete ich diese Behandlung als Selbstzahlerleistung an, da sie nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört. Sprechen Sie dazu gerne mein Praxisteam an.

 

Quellen:

*   https://www.ihre-vorsorge.de/nachrichten/lesen/zehn-prozent-der-bevoelkerung-leiden-unter-eisenmangel.html#:~:text=%E2%80%9EIn%20der%20Tat%20ist%20Eisenmangel,20%20Prozent%E2%80%9C%2C%20sagt%20Metzgeroth.

** https://microtrace.de/fileadmin/uploads/pdf/de/P_135-D_DrBlaurock_-_Alopecia_areata_---_OK.pdf